Feierliche Grundsteinlegung für unseren inklusiven Neubau
Ab 2026 wird das Kinderheim Pauline von Mallinckrodt körperlich und/oder geistig behinderte und nicht behinderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter einem Dach betreuen, um mit ihnen und ihren Familien Krisen zu überwinden und sie ein Stück auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Dafür entsteht im Siegburger Norden ein inklusiver Neubau, denn im vorhandenen Baubestand ist das nicht umsetzbar (Stichwort: Barrierefreiheit).
Festakt mit Bürgermeister und Landrat
In Anwesenheit von Bürgermeister Stefan Rosemann, Landrat Sebastian Schuster und Architekt Gunnar Freudiger wurde am 2. April 2025 die Grundsteinlegung für „BaKe68“ gefeiert. (Der Name „BaKe68“ leitet sich von den umgebenden Straßen, der Bambergstraße und der Kempstraße, sowie der Hausnummer ab.)
Heimleiterin und Geschäftsführerin Sonja Boddenberg sagte: „Wir bauen Räumlichkeiten für vier Gruppen, für insgesamt 32 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die hier zukünftig inklusiv leben und teilhabeorientiert betreut werden können. Damit richten wir die Pauline von Mallinckrodt GmbH für die Zukunft aus, für eine Zukunft, in der die Inklusion noch viel stärker in die Kinder- und Jugendhilfe Einzug halten wird, als dies bisher der Fall ist.“ Voraussichtlich ab dem 01.01.2028 wird die letzte Stufe der SGB VIII-Reform in Kraft treten – und Kinder- und Jugendhilfe inklusiv werden.
Was wird für wen gebaut?
Zwei Häuser mit insgesamt ca. 800 m² Nutzfläche entstehen, zwei Kilometer von der Stammeinrichtung in Wolsdorf entfernt.
Im einen Bauteil ist der Verselbstständigungsbereich für Jugendliche untergebracht, die von Pädagog*innen in die Eigenständigkeit begleitet werden sollen in puncto berufliche Entwicklung, Umgang mit Finanzen, Aufbau eines Netzwerks und Führen eines Haushalts. Außerdem findet hier die Tagesgruppe Platz, in der Familien in Krisen teilstationär betreut werden. 10 Kinder sollen tagsüber eng sozialpädagogisch begleitet werden. Die Eltern bzw. andere wichtige Bezugspersonen werden von dem Pädagog*innenteam in Erziehungsfragen angeleitet und beraten.
Im anderen Bauteil entsteht eine vollstationäre Kinder-Außenwohngruppe, in der 9 Kinder zwischen 4 und 16 Jahren ein Zuhause finden sollen. Hauptziel: die Rückführung ins Elternhaus, sodass die Arbeit mit der gesamten Familie im Fokus aller Bemühungen steht. Weiteres wichtiges Erziehungsziel ist die individuelle und adäquate kognitive, emotionale und gesundheitliche Förderung der Kinder.
Mehrere Zimmer sollen rollstuhlgerecht gebaut werden bzw. das Aufstellen von Pflegebetten erlauben. Alle Räume sind für alle jungen Menschen, egal mit welcher Beeinträchtigung, zugänglich (Stichworte: Aufzug, Tür- und Flurbreite).
Fördermittel und Spenden nötig
„Die Baukosten sind nicht vollumfänglich über Mittel der Jugendhilfe zu refinanzieren. Zur Realisierung dieses Projektes ist das Kinderheim daher auch auf Fördermittel und Spenden angewiesen“, betonte Thomas Arentz, Geschäftsführer der Pauline. „Dankenswerterweise haben wir bereits Stiftungen und Förderer gewinnen können, die uns großzügig unterstützen; weitere Förderanträge laufen.“
Öffnung in den Sozialraum
Die Räumlichkeiten der Tagesgruppe sollen auch für sozialräumliche Angebote im Stadtteil genutzt werden. Damit wird ein weiterer Aspekt guter inklusiver Arbeit aufgegriffen: die Nutzung des Sozialraums für Klient*innen und Öffnung unserer Einrichtung in den Sozialraum, um Teilhabemöglichkeiten für unsere Klient*innen zu verbessern.
Sonja Boddenberg, die Mitglied im Siegburger Jugendhilfeausschuss ist, betonte: „Inklusion wird niemals an der Haustür des Kinderheims Pauline von Mallinckrodt enden. Sie kann nur gelingen, wenn eine ganze Stadt offen dafür ist und ein Verständnis von Inklusion hat. Deshalb werde ich nicht aufhören, für eine inklusive Haltung in der Stadt zu werben.“